EINER NACH DEM ANDEREN

Es war schon lange mein Ziel, eine Geschichte von Rache zu erzählen. Rache ist ein primitives, aber doch sehr menschliches Bedürfnis. Als Kind wolle ich mich rächen. Ich habe gegen Leute gekämpft, die mir wehgetan haben, mich gedemütigt haben, mir etwas weggenommen oder die mich betrogen haben. Aus Rache würde Gerechtigkeit entstehen, das war meine Hoffnung. Ich stellte mir vor, die Dinge wieder zurechtzurücken, sie wieder in Ordnung zu bringen, indem ich Vergeltung übte. Ich stellte mir vor, dass ein Übeltäter seine Schuld einsehen würde, wenn er selbst gedemütigt wird. Wir alle wissen, dass so etwas nicht vorkommt. Statt Gerechtigkeit bekam ich nur wiederum Vergeltung und unkontrollierbare Gewalt zurück. Doch wenn Gerechtigkeit nicht zu haben ist, kann man genauso gut ein wenig Spass haben.

Ich interessierte mich für eine Kultur der Rache, die sich zu einer Generationen überdauernden Blutfehde entwickelt. Zwei der treibenden Kräfte in EINER NACH DEM ANDEREN – der Graf und Papa – haben einen entmenschlichten Blick auf ihre Feinde. Sie haben eine herabwürdigende und entsprechend fanatische Art, von ihren Widersachern zu sprechen. Das ist ein enger Korridor, um ein Leben und eine Gruppe Männer anzuführen. Die interne Bandenstruktur erfordert eine strenge Gerechtigkeit, Brutalität und Loyalität nach innen, und verwehrt sich gegen jede moderne Art der Führung. Diese Banden sind sowohl eine Gefahr für moderne Gesellschaften als auch ihre Dinosaurier.

Obwohl uns ihre primitiven Gesetze vertraut sind, da wir sie alle als Impuls in uns kennen, bleiben sie eine Gefahr. Sie leben in einer liberalen Welt, die für die Gangster ebenso viele Versuchungen enthält wie ihr animalisches Verhalten diese Welt des Liberalisus bedroht. Sie sind auf absurde Art altmodisch. Doch niemand hat sich getraut, ihnen das zu sagen. Und so bleiben sie gefährlich. Die meisten der Figuren in diesem Film leiden an einem Mangel an Selbstwissen. Sie sind eine große Quelle von Komik. Ihre Überzeugungen sind auf absurde Art ins Extreme gewendet, ihre Denkweise kindlich. Sie sind Kinder, die Waffen besitzen, und die auf andere Kinder mit noch größeren Waffen treffen. Und das so lange bis sie auf jemanden treffen, dessen Rachsucht stärker ist als alles, was sie kennen. Nils ist ein Anfänger. Er bewegt sich außerhalb der vorhersehbaren Muster normalen kriminellen Verhaltens. Ohne es zu wissen zieht er die Gangster in eine ihnen unbekannte Welt, die spielerisch ist, gutartig und unwissend. Diese Welt wird zu einer viel größeren Gefahr für die Gangster als alles, was Nils aufbieten könnte. Ein bequemes bürgerliches Leben ist extrem verführerisch wenn man ein hart arbeitender Gangster ist.