Ein Schneepflugfahrer, ein toter Sohn, und eine Blutspur, die sich durch ein norwegisches Bergdorf zieht: „Einer nach dem Anderen" (Originaltitel „Kraftidioten", 2014) gilt als eines der prägendsten Beispiele für skandinavischen Noir mit bitterbösem Humor. Dieses Protokoll führt chronologisch durch Film, Genre und verwandte Werke.
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Nils Dickman, gespielt von Stellan Skarsgård, räumt als Schneepflugfahrer seit Jahren unauffällig die Straßen eines abgelegenen norwegischen Bergdorfs frei – bis sein Sohn unter mysteriösen Umständen stirbt. Was Nils zunächst für eine Überdosis hält, entpuppt sich als Mord im Umfeld eines lokalen Drogenkartells. Aus dem stillen, pflichtbewussten Familienvater wird ein Mann, der sich – eine Leiche nach der anderen – durch die Hierarchie der Bande arbeitet.
Regie führte der norwegische Filmemacher Hans Petter Moland, der mit „Einer nach dem Anderen" internationale Aufmerksamkeit erlangte. Der Film verbindet blutige Gewaltkomödie mit trockenem skandinavischem Humor und einer fast anthropologischen Beobachtung rivalisierender Gangster-Fraktionen. 2019 entstand zudem ein US-amerikanisches Remake unter dem Titel „Cold Pursuit" mit Liam Neeson – Regie erneut Hans Petter Moland.
Kritiker:innen lobten insbesondere den Kontrast zwischen der kargen, schneebedeckten Landschaft und der zunehmend absurden Gewaltspirale – ein Stilmittel, das seither als typisch für diesen Zweig des skandinavischen Kinos gilt.
Eine kurze, fortlaufende Liste an Filmen und Serien, die stilistisch oder thematisch verwandt sind – kein Ranking, sondern eine Leseliste zum Weiterschauen.
Norwegischer Thriller-Klassiker, später in Hollywood von Christopher Nolan neu verfilmt.
Dänisch-schwedische Krimiserie, mitverantwortlich für den internationalen Nordic-Noir-Boom.
Norwegischer Thriller nach dem Roman von Jo Nesbø, ebenfalls mit schwarzem Humor durchsetzt.
Norwegischer Mockumentary-Horror – zeigt die Bandbreite norwegischer Genrefilme jenseits des Krimis.
US-Remake von „Einer nach dem Anderen" mit Liam Neeson, erneut unter Regie von Hans Petter Moland.
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Kaum ein Filmgenre hat das internationale Kino der letzten zwei Jahrzehnte so geprägt wie der skandinavische Noir. Zwischen schneebedeckten Landschaften, wortkargen Figuren und einer Erzählweise, die Gewalt selten glorifiziert, sondern fast beiläufig zeigt, hat sich ein eigener Stil etabliert – zu dem auch „Einer nach dem Anderen" zählt.
Typisch für das Genre sind eine reduzierte, oft kühle Bildsprache, schweigsame Hauptfiguren, ein starker Sinn für schwarzen Humor sowie Landschaften, die selbst wie eine Figur der Erzählung wirken – Schnee, Wald und Kälte stehen dabei oft sinnbildlich für emotionale Distanz oder Isolation.
Der Begriff „Nordic Noir" etablierte sich zunächst in der Literatur, unter anderem durch Autor:innen wie Stieg Larsson, Henning Mankell und Jo Nesbø, bevor er auf Film und Serien übertragen wurde.
| Merkmal | Typische Umsetzung |
|---|---|
| Bildsprache | Kühle Farbpalette, karge Landschaften, viel Schnee und Dunkelheit |
| Figuren | Wortkarg, introvertiert, moralisch ambivalent |
| Humor | Trocken, oft schwarz, selten offensichtlich komödiantisch |
| Gewaltdarstellung | Nüchtern statt heroisch, teils absurd-komisch |
Was den Film vom klassischen Noir unterscheidet, ist die konsequente komödiantische Zuspitzung im Umgang mit den Todesfällen der Handlung – ein Stilmittel, das den Film gleichzeitig brutal und bitterböse komisch wirken lässt und weitere skandinavische Produktionen beeinflusste.
Nein, der Film basiert auf einem fiktiven Drehbuch, ist aber stilistisch stark in der norwegischen Kriminalfilm-Tradition verankert.
Nicht zwingend, aber viele Kritiker:innen empfehlen das Original wegen seines eigenständigeren, trockeneren Humors.
Klassischer Film Noir ist stilistisch in den 1940er/50er-Jahren verwurzelt, während Nordic Noir eine moderne, regional geprägte Weiterentwicklung ist.
Weitere Besprechungen einzelner Filme und Regisseur:innen aus dem Genre veröffentlichen wir laufend in unserem Blog.
Hinweise zu weiteren sehenswerten Werken aus dem skandinavischen Noir-Genre oder Fragen zu unseren Beiträgen erreichen uns direkt.